Anthropic und OpenAI verschieben IPO – META bringt mit „Muse“ ein Mega-Projekt auf den Markt – META: Gastbeitrag Analyse – Berichtssaison startet mit Zahlen von BlackRock & Pepsi

Anthropic, OpenAI, META

Liebe Leser,

die „künstliche Intelligenz“ bleibt das Kernthema. Das dritte Quartal ist abgeschlossen und die ersten Daten von den High-Playern im KI-Sektor sickern durch. Selbst bei Reuters erscheinen Meldungen, dass Anthrophic ein Vielfaches an Investitionen von den bestehenden Verlusten und einem Umsatz von 4 Milliarden US Dollar plant. Es ist aus dem Gleichgewicht, liebe Leser! Übrigens wurden die IPOs von Anthropic und OpenAI verschoben. An dieser Stelle habe ich heute eine kurze Zusammenfassung von „Muse“, das Meta vor knapp 2 Wochen gestartet hat und alle Erwartungen übertroffen hat. Die ausführliche Analyse habe ich den Premium-Mitgliedern vom www.swissmonday.de bereits am Montag vorgestellt. Hier kommt nun eine kurze Zusammenfassung, damit Sie nicht ganz wie Hänsel & Gretel im Wald alleine stehen müssen: „Muse“, die neue KI von Meta, hat das Potenzial, das Internet grundlegend zu revolutionieren.
Meta hat Anfang September mit „Muse“ einen persönlichen KI-Agenten veröffentlicht, der nicht nur Fragen beantwortet, sondern selbstständig Aufgaben erledigt – vom E-Mail-Schreiben bis zur Reisebuchung. In nur zwölf Tagen wurde Muse 2,8 Millionen Mal heruntergeladen und lag im US-App-Store vor ChatGPT.

Entscheidend könnte künftig nicht sein, wer das beste Sprachmodell besitzt, sondern welcher KI-Agent zum vertrauensvollen persönlichen Berater und Manager des Menschen wird. Wer unser Vertrauen genießt, kontrolliert, wer uns etwas verkaufen darf. Wenn Muse Reisen organisiert, Einkäufe erledigt oder Verträge optimiert, sitzt Meta plötzlich zwischen uns und Unternehmen wie Booking, Amazon, Banken oder Versicherungen. Diese Position könnte wirtschaftlich wertvoller werden als die heutige Aufmerksamkeitsökonomie.

Gleichzeitig entwickelt Meta mit EssilorLuxottica seine Smart Glasses weiter – hin zu einer breiten Produktpalette inklusive alltagstauglicher Brillen. Mit der Brille auf der Nase könnte der KI-Agent uns den ganzen Tag begleiten: Er sieht und hört, was wir sehen und hören, kennt unseren Kontext und hilft genau im Moment des Bedürfnisses. Auch im Geschäftsleben eröffnet das neue Möglichkeiten – etwa diskrete Unterstützung in Meetings über virtuelle Bildschirme oder Entscheidungshilfen im richtigen Moment.

Jahrzehntelang ging es digitalen Unternehmen darum, unsere Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Muse dagegen würde uns den ganzen Tag begleiten, unsere Gewohnheiten und Wünsche immer besser verstehen und so ein tiefes Vertrauensverhältnis aufbauen. Hier liegt Metas potenzieller Wettbewerbsvorteil: Facebook, Instagram und WhatsApp sind bereits in der Lebenswelt Milliarden von Menschen verankert. Eine Brille, die wir ständig tragen, könnte die Beziehung noch enger machen als ein Smartphone. So entstünde ein völlig neuer „Burggraben“.

Muse wäre dann nicht nur ein weiteres KI-Produkt, die Ray-Ban-Brille nicht nur ein weiteres Gerät. Meta könnte ein Unternehmen aufbauen, das uns durch den gesamten Alltag begleitet – beratend, organisierend, ausführend. Die Kombination aus bestehenden Nutzerbeziehungen, Muse und der Brille könnte zu einem der mächtigsten Geschäftsmodelle des kommenden Jahrzehnts werden. Muse wird entweder zum besten Berater der Menschen oder zum mächtigsten Vertriebskanal von Meta – vielleicht zu beidem.

Wie geht’s an den Börsen weiter?
Das 4.Quartal ist angebrochen und somit erreichen uns mit BlackRock, Pepsi, Tesco und Delta Airlines in der kommenden Woche die ersten Quartalsergebnisse vom 3.Quartal. Erst in der darauf- folgenden Woche geht es dann richtig los. Also wir können uns schon einmal auf eine heiße Phase mit hohen Kurssprüngen vorbereiten. Die Verschiebung mehrerer IPOs stimmt mich nachdenklich. Denn es scheint, als würde die Liquidität langsam an den Märkten ausgehen. Kein Wunder: denn die Private Debt Kanäle haben in den letzten Monaten mit bis zu einer Billion US Dollar (genau weiß ich es nicht) in die Erweiterung der KI-Rechenzentren investiert. Und diese brauchen NOCH MEHR Cash zur versprochenen Finanzierung von Bestellungen im 100te Milliarden US Dollar Bereich. Parallel explodieren die Anleihen-Preise. Das bringt die Banken unter Druck, falls Menschen ihr Geld vom Konto abziehen wollen. Tja, das Ergebnis kann sich an dieser Stelle jeder selbst überlegen.

Ich wünsche ein erholsames Wochenende.

Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur

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