Volkswagen schließt Werke – Brent Oil geht in Richtung der 100 USD – Zinsentscheidung ist Richtungsweisend – KI führt wegen der Über-Investition zum High Risk – Kommt die Korrektur?

Liebe Leser,

heute knüpfe ich an die letzte Ausgabe an, in der ich über die Langeweile an den Börsen berichtet habe. In der Tat wird es jetzt im September spannend. Das Thema „Zinsen“ ist jetzt wieder heiß im Gespräch. Was passiert, liebe Leser? Wir haben kürzlich über die „Zwick-Mühle“ der Zentralbanken geschrieben. Die Inflationsdaten deuten auf steigende Zinsen hin – auf der anderen Seit muss die Zentralbank das Thema der Energie-Preise kontrollieren. Hier sind wir beim Thema Öl. Brent Oil wird jetzt zwischen 90 Und 100 US Dollar gehandelt. Das doofe daran ist das Faktum der Raffinerie-Kosten für den Treibstoff. Hierzu habe ich in der letzten Ausgabe vom www.swissmonday.de eine ausführliche Analyse zu Petrobras gemacht. Das wichtige ist, dass man die Zusammenhänge versteht. Und hier spielt Gold auch wieder eine ganz zentrale Rolle, wo ich in Einzelpositionen im Swiss Monday (Premium-Letter) mit einigen Positionen schon bei weit über 300% im Plus liege.

Wieso ist Gold gestiegen? Ja, genau jetzt sind wir wieder beim Eingangsthema der Zinspolitik. Es ist ein Spießrutenlauf, liebe Leser. Gold ist extrem an Anleihen (Kapitalmarkt der hohen Klasse) gekoppelt. Die großen „Häuser“ (Investmentbanken) schichten bei steigenden Anleihen-Renditen um, und dadurch ergibt sich die Konsequenz der Umschichtung in die eine oder andere Richtung. Dies erklärt die Volatilität bei den Edelmetallen. Gold und Silber galten zuvor als langweilige Investments. Jetzt sehen wir Kurssprünge von täglich über 2 oder 3%.

Bleiben wir beim Thema der Nervosität. Die KI-Branche steckt – ähnlich wie die Zentralbank – in einem Zwiespalt. Klar ist es ein nächster Meilenstein (wenn man es richtig anwendet). Doch die Investitions-Kosten vs. Profit – oder in anderen Worten: Profit-Center – fehlen. Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation wie in der Dot.com Blase oder in der Mortage (Immobilien) Blase aus dem Jahr 2007/08. Die Liquidität fehlt langsam aber sicher. Und somit bleibt den Zentralbanken nichts anderes übrig, als künftig frisches Geld in die Märkte zu schießen. Liebe Leser, mir kommt es manchmal vor, als würden die Zentralbanken selbst einen illegalen „Ringhandel“ betreiben. Doch die Börsen berührt es aus Sicht deren Algorithmen überhaupt nicht. Nun, ein paar Zacken nach unten gab es in der Tat. Und hier verweise ich auf meine Befürchtung aus meinen Publikationen, dass es im September steil bergab gehen könnte. Ich hatte einen sehr weisen Menschen bei mir in Asien zu Besuch. So simpel, aber doch so wahr: „es ist schwer einen Berg hochzulaufen und so schnell herunterzufliegen“.

Die Börsen bzw. deren Anleger sind so sehr verwöhnt, dass es in der Wahrnehmung kaum vorstellbar ist, dass die Aktien im Sinne der Indizes fallen. Auf der anderen Seite habe ich einen sehr guten Freund, der die These der Hyper-Inflation im Sinne von extrem steigenden Aktien vertritt. Ich höre mir beide Meinungen an. Mich selbst bereiten die Gesetze der Kapitalmarkt-Kontrollen Sorgen. Deshalb sollten wir uns die Frage und den Sinn des hiesigen Geld-System stellen. Denn: Wer macht die Gesetze? Die philosophische Frage hier, welche mir ein guter Freund gestellt hat: „Welches Geschäftsmodell hat eigentlich die Regierung“. Ich finde diese Frage – ohne es zu kommentieren – sehr interessant. Und das sollten wir alle tun.

Zu den Ereignissen an den Aktienmärkten:

Bei Volkswagen geht die Schließungswelle los, nachdem schon die Entlassungswelle für Wellen geschlagen hat. 4 Werke sollen geschlossen werden. Nun, es sind Standorte, die häufig von der Existenz des Arbeitgebers Volkswagen leben. Übrigens: am Donnerstag stieg die VW-Aktie um krasse 8%. Die Rüstungs-Aktien rund um Rheinmetall verlieren, obwohl die Medien nahezu einen Krieg (konnotativ betrachtet) herbeisehen. Broadcom – jetzt sind wir im KI Bereich – hat seinen Umsatz verdreifacht. Allerdings ist die Aktie am Donnerstag um über 2% gefallen.

Wie geht’s an den Börsen weiter?

Wer wissen will, was ich wo wann kaufe (das beste wwwwww, das ich jemals verwendet habe) sollte mit mir in das Shopping-Center gehen. Das war ein Spaß. Aber ich bin in dieser Woche im Aktienmarkt Short gegangen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Argumenten – allerdings ist natürlich ein entsprechendes Risiko dabei. Das Kernthema der nächsten 1-2 Wochen ist wahrscheinlich die Zinsentscheidung. Die rohen Daten interessiert die Märkte nicht mehr, die ohnehin von komischen marktfremden KIs gesteuert sind. Doch die Realität holt die Märkte immer ein. Meine Mega-Sorgen über die massiven CAPEX (Investitionen) in der KI ist berechtigt. Ich warte nur auf den Tag, dass es einen großen Player weg klatscht. Wann kommt dann der Domino-Effekt. Diese Gefahr wird in meinen Augen extrem unterschätzt. ABER! Dieser Klotz kommt – womöglich schneller als erwartet. Für mich bleibt Gold der wesentliche Anker, mit dem ich gerne ins Bett gehe.

Ich wünsche ein erholsames Wochenende.

Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur

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